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 Die Radiosonde J-R 3.2 von Thommen Hasler


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Von Walter DJ9VF


Siehe auch : Ballonsonden und Radiosondierung - Die Bahn einer Ballonsonde (F) - Das Abhören von Radiosonden (F) - Die Schweizer Radiosonde SR-400-2 - La radiosonde suisse Thommen-Hasler modèle J-R3.1 (F) -  Das Wettermuseum in Lindenberg  


Beschreibung

Diese Radiosonde wurde von der aerologischen Station von MeteoSuisse in Payerne benutzt um die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck über der Erde zu messen und zu einer Bodenstation zu übertragen.
Diese historische Sonde wurde 1963 entwickelt und von den schweizerischen Firmen Thommen in Waldenburg und Hasler in Bern gebaut. Von der Firma Hasler stammt die Elektronik, also der Sender und der Modulator. Die Firma Thommen hat die gesamte Meßtechnik mit den Sensoren entwickelt und den Aufbau und Zusammenbau übernommen.
Für den mechanischen Antrieb des rotierenden Abfühlers der verschiedenen Meßwerte diente ein Uhrwerksaufzug - bewährte Schweizer Uhrwerktechnik. Das alles war in einem stabilen Aluminiumgehäuse untergebracht. Das Gehäuse bestand eigentlich aus zwei Teilen, die mit einem Scharnier und einem Verschluß zusammen gehalten wurden. Der obere Teil enthielt die Meßtechnik mit dem nach oben herausragenden Meßfühler für die Temperatur, sowie den mechanischen Antrieb für die Abtastung der verschiedenen Meßwerte.
Im unteren Teil war der Modulator und Sender untergebracht sowie Platz für einen geräumigen Batteriekasten.
Unten ragte aus der Sonde die Lambdaviertelantenne heraus.
Diese Radiosonde war insgesamt noch recht schwer. Allein die Zellen für die Stromversorgung hatten ein Gewicht von über 1 kg. Entsprechend groß war auch der dazugehörige Fallschirm.

Eigenschaften

Maße Höhe, Breite, Tiefe : 40 cm x 12 cm x 8,5 cm, ohne Antenne
Gewicht : 1860 Gramm mit Batterien
Gewicht : 1100 Gramm allein die Batterien
Frequenz : 403,650 MHz
Sendeleistung : ca. 100 mW
Modulation : Amplitudenmodulation mit 770 Herz, recht breitbandig
Stromversorgung : 6 Volt, 22,5 Volt und 67,5 Volt.
Die 6 Volt Zelle für die Heizung der Senderöhre, 22,5 Volt für den Transistormodulator und die 67,5 Volt in Reihe mit der 22,5 Volt Zelle für die Anodenspannung der Senderöhre
Lebensdauer : 2 Stunden (Stromversorgung sowie mechanischer Antrieb)
Fallschirm : Fallschirm aus Seide mit einem Durchmesser von 1,85 Meter - in der Mitte ein Loch von 15 cm Durchmesser



Fotos :

 
 (A) Antenne Lambdaviertel für 400 MHz
 (B) Sitz des Senders
 (C) Laderaum für die Batterien
 (D) Mechanischer Antrieb für die Abfühlung der Meßwerte
 (E) Kamin mit dem Meßfühler für die Temperaturmessung
  Senderteil 400 MHz
 (M) Modulatorplatine
 (R) Senderöhre EC71
 (F) Frequenzabstimmung
 



Meßtechnik :

Als Sensoren für die PTU-Werte (Pressure, Temperatur, Humidity) wurden noch die klassischen Bauteile verwendet. Die Temperatur wurde von einem spiralförmigen Bi-Metallstreifen ermittelt und über eine lange Achse von außen nach innen für die Abtastung des Meßwertes übertragen. Der Luftdruck wurde mit einer großen Druckdose gemessen und die Luftfeuchtigkeit mittels einer gespannten Goldschlägerhaut.

 
 Sensoren PTU
 (P) : Druckdose für die Messung des Luftdrucks
 (T) : Bimetallstreifen für Temperaturmessung
 (U) : Gespannte Goldschlägerhaut für die Messung der Luftfeuchtigkeit
   (R) Rotierender Abtaster der Meßwerte
 (S) Zwei Synchronisationskontakte für den Start des Meßzyklus
 (P) Kontakt für den Meßwert "Luftdruck"
 (U) Kontakt für den Meßwert "Luftfeuchtigkeit"


 
 Das Uhrwerk für den Antrieb des rotierenden Abtasters der drei verschiedenen Meßwerte reichte für den Zeitraum von gut zwei Stunden.    Großer seidener Fallschirm mit roten und weißen Segmenten

   
Die Elektronik

Die Elektronik bestand aus dem Sender und dem Modulator.
Der Sender wurde mit nur einem Oszillator in der bewährten Dreipunktschaltung mit einer Elektronenröhre EC71 realisiert.
Der Modulator wurde bereits mit einem Transistor bestückt. Hier wurde mit einem selbsterregten Oszillator in Dreipunktschaltung ein Ton von 770 Hertz erzeugt und damit für die kurze Zeit der Synchronisationsimpulse und der Impulse der abgetasteten PTU-Werte das Trägersignal moduliert.

Der zeitliche Abstand von den Synchronisationsimpulsen bis zu den Impulsen von Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchte entsprach ihrem jeweiligen Meßwert.

Die Bodenstation mußte einen entsprechenden Plotter haben, der mit den Synchronisationsimpulsen jeweils eine neue Zeile startete und dann die Meßwerte für Temperatur, Barometerdruck und Luftfeuchte markierte.