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Von Walter DJ9VF
Siehe auch : Ballonsonden und Radiosondierung
- Die Bahn einer Ballonsonde
(F) - Das Abhören von Radiosonden
(F) - Die Radiosonde J-R 3.2 von Thommen
Hasler - La radiosonde
suisse Thommen-Hasler modèle J-R3.1 (F) - Das Wettermuseum in Lindenberg
Beschreibung
Diese Radiosonde
wurde in der Schweiz von der aerologischen Station in Payerne
benutzt um die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck über
der Erde zu messen und zu einer Bodenstation zu übertragen.
Diese historische Sonde wurde in den 70er Jahren entwickelt und
bis in die 80er Jahre von der Schweizer Firma Meteolabor in Wetzikon
gebaut. Die Fotos zeigen eine Sonde von 1982. Sie ist eine Weiterentwicklung
der J-R 3.2 Model 63 von Thommen und Hasler. Möglicherweise
gab es dazwischen noch ein Modell SR-400-1.
Der Aufbau der Meßmechanik ist noch verblüffend ähnlich
wie das Vorgängermodel. Ein rotierender Zeiger tastet die
Meßwerte für PTU (Pressure, Temperatur, Humidity) ab.
Bei der neuen Ausführung ist lediglich die Abtastung der
Meßwerte nun berührungslos, also über eine kapazitive
Kontaktstelle bewerkstelligt und statt dem mechanischen Antrieb
für den Rotor wurde ein Elektromotor verwendet.
Der Sender jedoch und die gesamte Elektronik ist eine Neuentwicklung
von Meteolabor. Während der Sender noch komplett mit diskreten
Bauteilen aufgebaut ist, finden sich in dem Modul für die
Impulserzeugung der Motorsteuerung und dem Modulator bereits integrierte
Schaltkreise.
Besonders auffällig ist die Stromversorgung, ein kleiner
6-Volt-Block, der für die Elektronik und den Antriebsmotor
ausreicht. Dieses Leichtgewicht mit 120 Gramm wird nur von wenigen
modernen Sonden unterboten. Dadurch konnte das Gesamtgewicht der
Sonde gegenüber der Sonde von Thommen-Hasler halbiert werden.
Zum Vergleich: Vier Mignonzellen wiegen 94 Gramm
Das Polystrolgehäuse ist so groß, daß darin auch
noch die Lambdaviertelantenne Platz hat. Lediglich der Meßfühler
für die Temperatur ragt oben heraus sowie der Fühler
für die Luftfeuchtigkeit an der Seite.
Eigenschaften
Maße Höhe, Breite, Tiefe : 48 cm x 17 cm
x 15 cm, ohne Außenfühler
Gewicht : 836 Gramm mit Batterien
Gewicht : 120 Gramm, nur die Batterien allein
Frequenz : 400,300 MHz
Sendeleistung : ca. 150 mW
Modulation : Amplitudenmodulation mit 800 Herz, etwas breitbandig
Stromversorgung : 6 Volt.
Lebensdauer : 2 Stunden
Fallschirm : unbekannt
Fotos :

(A) : Antenne, Lambda-Viertel für 400 MHz
(B) : Senderplatine, direkt mit der Antenne verbunden
(C) : Modul für die Motorsteuerung
(D) : Modulatormodul
(E) : Stromversorgung 6 Volt
(F) : Meßmechanik für PTU (Pressure, Temperatur,
Humidity)
(T) : Der Temperaturfühler mit einem aufgerollten
Bi-Metallstreifen ragt rechts aus dem Gehäuse
Meßtechnik :
Als Sensoren für die PTU-Werte
(Pressure, Temperatur, Humedity) wurden noch die klassischen Bauteile
verwendet. Die Temperatur wurde von einem spiralförmigen
Bi-Metallstreifen ermittelt und über eine lange Achse von
außen nach innen für die Abtastung des Meßwertes
übertragen (siehe Foto oben). Der Luftdruck wurde in dieser
Sonde mit zwei großen Druckdosen gemessen und die Luftfeuchtigkeit
mittels einer gespannten Goldschlägerhaut.
In der Mitte der Meßmechanik befindet sich ein rotierende
Zeiger, der auf dem 360 Gradkreis zuerst die Synchronisationskontakte
abfühlt und dann die Meßwerte für Temperatur,
Luftdruck und Luftfeuchtigkeit. Der zeitliche Abstand von den
Synchronisationsimpulsen bis zu den Impulsen von Temperatur, Druck
und Luftfeuchte entsprach ihrem jeweiligen Meßwert.
Die Bodenstation mußte einen entsprechenden Plotter haben,
der mit den Synchronisationsimpulsen jeweils eine neue Zeile startet
und in diese die Meßwerte für Temperatur, Luftdruck
und Luftfeuchtigkeit plottet.
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Sensoren PTU (P) : Zwei Druckdosen für die Messung des Luftdrucks (T) : Rohr und Achse zum Temperaturfühler (U) : Messung der Luftfeuchtigkeit (Goldschlägerhaut schon verwittert) (R) : Rotor, der die Meßwerte abtastet |
(U) : Messung der Luftfeuchtigkeit
mit gespannter Goldschlägerhaut, hier noch vollkommen intakt (M) : Motor für die rotierende Meßfühlerabtastung (T) : Rohr und Achse zum Temperaturfühler |
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Elektronik (X) : Platine mit Sender für 400 Mhz (S) : Impulssteuerung für den Motor, 80 Hz (M) : Modulator, Tongenerator für 800 Hz |
(A) : Antenne (X) : Senderplatine (S) : Platine für die Impulssteuerung für den Motor (M) : Modulatorplatinen |
Die Elektronik ist
zusammengesetzt aus der Senderplatine, der Motorsteuerung und
dem Modulatormodul.
Sender: Der Sender besteht nur aus einem Oszillator, aufgebaut mit einem einzigen Transistor (2N3866).
Modulator: Der Modulator wurde bereits mit einem IC bestückt (4011). Er stellte einen Tongenerator für 800 Hz dar, der für die kurze Zeit der Synchronisationsimpulse und der Impulse der abgetasteten PTU-Werte das Trägersignal moduliert.
Motorsteuerung: Das Modul für die Motorsteuerung
enthält eine Multivibratorschaltung aus zwei ICs (4011 und
4024) zur Erzeugung der Rechteckimpulse mit einer Frequenz von
80 Hz für die Ansteuerung des Motors.