| (2) |
|
|
Von F5ZV und DJ9VF
Siehe auch : Liste der Stationsorte für Radiosondierung in Westeurope und die benutzten Radiosonden - Die Benutzung der Winddiagramme (windgram) - Benutzung der Webseite von NOAA-READY um Winddiagramme zu erhalten für Vorhersageprogramme -
Die Webseite der Universität von Wyoming ist eine interessante
Möglichkeit um die gespeicherten Meßwerte von Radiosonden
abzufragen und zwar von allen Sondenstartorten weltweit, die mit
der WMO (World Meteorological Organization) zusammenarbeiten und
ihre Daten dorthin übertragen.
Die Adresse der Internetseite ist: http://weather.uwyo.edu/upperair/sounding.html
Nach dem Aufruf dieser Seite zeigt
sich eine Maske mit vielen Eingabe- und Auswahlmöglichkeiten.
A : Auswahl der Region
B : Auswahl des Dateiformates
C und D : Auswahl
von Jahr und Monat
E : Startdatum
F : Enddatum
G : Auswahl des Sondenstartortes.
Nach der Auswahl der Region (z.B.
Europa) sieht man auf der Karte die Sondenstartorte teils mit
der WMO-Nummer (z.B. 10868 für München-Oberschleißheim)
oder die Kennung von ICAO (International Civil Aviation Organization)
in Form von vier Buchstaben (z.B. EDZE für Essen). Streicht
man mit dem Cursor über die WMO-Nr. oder die Kennung wird
in der Fußzeile auch noch der volle Namen eingeblendet.
Nach dem Anklicken einer Station werden die Daten abgerufen. Für
Stationen die auf der Karte nicht erscheinen, weil sie für
den angegebenen Zeitraum keine oder noch keine Daten übersandt
haben, kann die Auswahl der Station über das Feld G mit der
entsprechenden WMO-Nr. oder ICAO-Kennung erfolgen.
Man findet diese WMO-Nummern bzw. ICAO-Kennungen auf der Liste
der Sondenstationsorte in Westeuropa oder unter den einzelnen
Ländern wie z.B.: Sondenstartorte in den Niederlanden).
Die Auswahl der Uhrzeit für 3Z und 21Z ist etwas ungewöhnlich.
Um z.B. die Meßwerte der Radiosondierung vom 17. Juni um
21Z zu erhalten, muß man folgende Start und Endzeit eingeben:
E : 17/12Z
F : 18/00Z
Abruf der gespeicherten meteorologischen Meßdaten einer
Radiosondierung
Kaum eine Stunde (manchmal schon
10 Minuten) nach dem Platzen des Ballons einer Sonde können
die gesammelten Daten bereits abgerufen und verwendet werden,
z.B. für eine Simulation der Bahnspur mit dem Programm BT
(Balloon Track) um den Aufschlagspunkt einer Sonde mit hoher Genauigkeit
zu bestimmen.
Um das durchzuführen genügt es das Dateiformat "Text:
List" unter den verschiedenen Formaten im Feld B auszuwählen.
Die Meßwerte die dann angezeigt werden (siehe nebenstehendes
Bild) können dann als TXT-Datei abgespeichert und anschließend
direkt von Balloon-Track weiterverwendet werden.
Für eine Simulation so im nachhinein, ist die Genauigkeit
der berechneten Flugbahn genauer als die mit einem "windgram"
und zwar aus folgenden Gründen :
- Die Charakteristik der Winde in den verschiedenen Höhenschichten
sind echte Werte und keine Vorhersagemodelle
- Die Unterteilung der Atmosphäre geschieht hier in viel
feineren Schichten (bis an die hundert im Gegensatz zu etwa 22
in einem "windgram").
- Die Windrichtung und Windgeschwindigkeit sind bis zum Platzpunkt
des Ballons aufgezeichnet und nicht nur bis 20 hPa (ungefähr
26km) beim "windgram". Ist der Platzpunkt also über
26000 m sind diese Daten von Windrichtung und Windgeschwindigkeit
demnach real gemessene Werte und nicht nur hochgerechnet aus dem
"windgram" bis 20 hPa.
Anmerkung :
- Die angezeigte Maximalhöhe in der Datei ist im allgemeinen
ein paar hundert Meter unterhalb der wirklichen Höhe des
Platzpunktes.
- Wenn die Gipfelhöhe so um die 16000 m liegt oder der Luftdruck
bei 100 hPa aufhört werden auch die Werte darunter wahrscheinlich
nicht angezeigt.
Informationen bezüglich der Sondenstartstation
Für den Sondenjäger ist
es gut die Gewohnheiten der Sondenstartstationen zu kennen. Dazu
gehören die Startzeiten, Frequenz, genaue Koordinaten und
Höhe des Startpunktes und die mittleren Werte der Steig-
und Fallgeschwindigkeit sowie die durchschnittliche Gipfelhöhe
für die Parametrisierung von Vorhersageprogrammen wie Balloon
Track.
Der Typ der Radiosonde sowie die genaue Startzeit sind aus den
Rohdaten im Dateiformat (Text: Raw) auslesbar, welche die meteorologischen
Meßwerte der Sonde begleiten. Sie sind zwar nicht immer
zu 100% korrekt aber im allgemeinen schon.
Um diese Daten zu erhalten ist einfach im Feld B die Auswahl "Text Raw" auszuwählen
und anschließend die betreffende Station anzuklicken. Es
erscheint dann eine Liste ähnlich dem nebenstehenden Bild.
Man kann leicht die Art der Kodierung erkennen, aber in diesem
Fall geht es uns jetzt nicht um die meteorologischen Daten. Nur
die beiden farblich markierten Gruppen sind interessant.
Die gelb markierte Zahlengruppe zeigt die WMO-Nummer der Station
(hier 7145=Trappes).
In grün : Der "eyecatcher" 31313 gefolgt vom Typ
der Sonde und der Startzeit in UTC.
Das Herausfinden des Sondentyps
Zuerst suchen der Zahlengruppe 31313 (sie kommt oft mehrfach vor).
Danach folgt eine Fünfergruppe die etwas über Ausrüstung
der Instrumente, in unserem Fall einer Radiosonde, etwas aussagt.
Laß uns mal anhand unseres Beispiel den Wert 47708
entziffern :
- 4 (der erste Wert ist für uns ohne Bedeutung)
- 77 : Typ der Radiosonde. Zum Dekodieren benutze man die
untenstehende Tabelle. 77 = M10
- 08 : Das System für die Bewegungserkennung der RS
(GPS, Loran, Radar) 08 = GPS
Diese Werte müssen mit Vorsicht zur Kenntnis genommen werden.
Sie müssen manuell verändert werden und sind nicht immer
auf dem neuesten Stand.
|
|
81135 bedeutet also 11:35 UTC.